Stiftungsgründer

Der Elberfelder Erziehungsverein (EEV) Hinter diesem für manche Ohren vielleicht etwas archaisch klingenden Namen, der bei vielen Lesern doch manchmal die Assoziation von Rohrstock, gestärkter Schürze und gewachstem Linoleumboden hervorruft, steht einer der größten Träger von Tageseinrichtungen für Kinder im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland. Seit mehr 160 Jahren  setzt sich dieser gemeinnützige Verein für Kinder und ihre Interessen ein.

Der EEV wurde im November 1849 von Bürgern Elberfelds (heute ein Stadtteil von Wuppertal) gegründet, um die Auswirkungen der herrschenden politischen und sozialen Situation in Deutschland und vornehmlich in der damaligen Stadt Elberfeld zu mindern. Zunehmende Armut und Verwahrlo sung von Kindern waren das Ergebnis der frühen Industrialisierung.

Fünf Ziele und Inhalte verfolgte die damalige Gemeinschaft:

  •  die Einrichtung evangelischer Sonntagsschulen
  •  die Einrichtung von Näh und Flickstuben
  •  die Herausgabe christlicher Jugendzeitschriften
  •  die Unterbringung von gefährdeten Kindern in christlichen Familien
  •  die Unterhaltung von sogenannten Kleinkinderschulen

Davon geblieben ist die ständige Weiterentwicklung der Kleinkinderschulen, den heutigen Tageseinrichtungen für Kinder. Alle Aufgaben wurden seinerzeit aus Spenden und Sammlungen finanziert. Auch heute ist man auf diese Zuwendungen wieder ganz besonders angewiesen.

Wie alle Träger von Kindertagesstätten stellte auch der EEV seit Jahren fest, dass eine zunehmend größere Anzahl von Kindern nicht mehr die an sich notwendige frühe Förderung durch das Elternhaus erhält. Da darüber hinaus die öffentlichen  Mittel  eher reduziert werden und damit auch die Bildungsarbeit in den Tagesstätten oft nur mit Einschränkungen möglich ist, wird faktisch schon im Kindergartenalter über die Lebens- und Entwicklungschancen eines Kindes entschieden, und damit steht fest: Wenn heute zu wenig gefördert wird, haben die Kinder und spätere Generationen die negativen Folgen zu tragen.

Vorstand und Mitglieder des EEV wollten nicht weiter auf das Umdenken der Bildungspolitik warten, sondern in der Tradition der EEV-Gründer  und im Interesse  der heranwachsenden Generation die Initiative für Förderungskonzepte ergreifen. Nicht zuletzt in der Erkenntnis, dass es in Wuppertal eine lange Tradition für bürgerschaftliches Engagement gibt, hat der EEV deshalb am 26.1.2004 als alleiniger Stiftungsgründer mit einem Stiftungskapital von zunächst  500 000 € die „Bürgerstiftung für Kinder in Wuppertal“ ins Leben gerufen und damit ein sichtbares Zeichen für die Hoffnung auf die Unterstützung durch Spenden und Zustiftungen  gesetzt.

Nach der in 2009 erfolgten Fusion mit dem Verband evangelischer Kindertagesstätten in Barmen (VEKiB) hat der Verein unter dem neuen Namen Evangelischer Kindertagesstättenverein in Wuppertal (EKV) mehr als 30 Einrichtungen im Einzugsgebiet des Kirchenkreises Wuppertal betrieben und war damit der größte freie  Kindergartenträger der Stadt. Mit Wirkung vom 1.8.2013 ist die Betrtiebsführung für alle Einrichtungen aus finanziellen Gründen auf das Diakonische Werk in Wuppertal übertragen worden.